Über uns - Kleinhaussiedlung Hermsdorf

Unsere Historie - Behelfsheimsiedlung Hermsdorf

Die Behelfsheimsiedlung Hermsdorf wurde 1944 auf einem ehemaligen Sportplatz zwischen Gertrud-, Veltheim-, Berta- und Schildower Straße für ausgebombte Berliner*innen errichtet [5]. Die Gesamtfläche der Siedlung beträgt rund 23.000 m² und besteht aus 56 Wohnhäusern auf Teilflächen von etwa 300 m² [6]. Die kleinste Teilfläche besitzt dabei eine Größe von 276 m², die beiden größten Teilflächen eine Größe von 414 m² [7]. Mit diesen Maßen entsprechen die Teilflächen dem Reichseinheitstypen, der ein mindestens 200 m² großes Grundstück für die Selbstversorgung vorsieht. In ihrem ursprünglichen Zustand besaßen die Behelfsheime mit den Maßen 6 x 4,5 m eine Grundfläche von 27 m² und 1,5 Zimmer. Die Mehrheit der Häuser hatten jedoch bereits schon in ihrem Urtyp einen 4,0 m langen und 1,7 m breiten Anbau mit abgeschlepptem Dach, der die Wohnfläche auf 36 m² erweiterte [8]. Mit diesen Maßen waren die Behelfsheime der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf von Beginn an deutlich größer als eigentlich in den Behelfsheimfibeln und im Rahmen des Reichseinheitstyps festgelegt. Dies kann zum einen an einer Nichtbeachtung der Richtmaße von den Bauherr*innen, zum anderen an abweichenden Materialien, nach denen der Bau eines größeren Behelfsheims von Vorteil war, gelegen haben. 

 

Auf historischen Bildern vom Bau der Siedlung im Oktober 1944 ist zu erkennen, dass die Behelfsheime von Beginn an kein Pultdach, sondern ein Satteldach aufwiesen. Obwohl diese Dachform nicht die Vorzugsvariante Adolf Hitlers darstellte, entsprach sie dem Reichseinheitstyp. 

 

Betrachtet man die ursprünglichen Grundrisse der Behelfsheime der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf und vergleicht sie mit dem Grundriss des Reichseinheitstypen, fallen weitere Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Die Behelfsheime der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf besaßen (wie der Reichseinheitstyp) zwei Fenster an der der Eingangstür gegenüberliegenden Hausseite. Nur die Breite der Fenster war mit 0,92 m etwas geringer als die des Reichseinheitstypen. Außerdem befand sich in dem kleineren der beiden Zimmer eine Herdstelle, die dem Reichseinheitstyp entsprechend neben dem Kochen auch der Beheizung des Gebäudes diente. Dementsprechend besaßen die Behelfsheime in Hermsdorf - wie auch auf historischem Bildmaterial erkennbar - einen Schornstein auf dem Dach.  

 

Größter Unterschied zwischen den Behelfsheimen der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf und dem Reichseinheitstyp war die Raumaufteilung. Während der Reichseinheitstyp nur in zwei Räume unterteilt war, war das Hermsdorfer Behelfsheim in vier Räume unterteilt. Dies kann jedoch höchstwahrscheinlich auf die größere Ausführung des Baus zurückgeführt werden. Entsprechend der andersartigen Raumaufteilung befand sich die Eingangstür bei den Behelfsheimen der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf auch nicht wie beim Reichseinheitstypen mittig des Gebäudes, sondern etwas seitlicher. Zudem befand sich ein drittes Fenster neben dem Hauseingang, das der Beleuchtung des weiteren Zimmers diente. [9]

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Behelfsheime der Behelfsheimsiedlung Hermsdorf dem Reichseiheitstypen in vielen Aspekten entsprechen, jedoch aufgrund der abweichenden Grundfläche eine andere Raumaufteilung sowie Fenster- und Türpositionen aufweisen.

 

 

Über die Kleinhaussiedlung Hermsdorf



Treffen Sie uns

Werden Sie Teil unserer Gemeinschaft

Erfahren Sie mehr über unsere Gemeinschaftsaktivitäten und wie Sie sich beteiligen können. Ihre Stimme und Ihr Beitrag sind wertvoll!

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.